Das Karate

“Karate bedeutet, im täglichen Leben Körper und Geist demütig zu trainieren und sie weiter zu entwickeln, in kritischen Zeiten jedoch mit aller Entschiedenheit der Gerechtigkeit zu dienen.”
Gichin Funakoshi

„Schönheit“, Kalligraphie von Meister Ohshima

Karate ist eine Kampfkunst. Das Wort „Karate“ kommt aus dem Japanischen  und bedeutet „leere Hand“ (kara = leer und te=Hand). „Do“ bedeutet „Weg“. Karate-Do bezeichnet somit eine Lebenseinstellung, die weit über Aspekte der Selbstverteidigung hinaus geht. Auf dem traditionellen Karate-Do ist der wahre Gegner man selbst.

Das Karatetraining besteht aus Kihon (Grundschule), Kata (Formen) und Kumite (Kampf).


„Schönheit“, Kalligraphie von Meister Ohshima

 

Karate-Training: Kihon, Kata und Kumite

„Katas wurden von Meistern und Genies in der Vergangenheit geschaffen, um ihre Ideen und ihr Verständnis den nachfolgenden Generationen zu übermitteln.“

Tsutomu Ohshima

Das Karatetraining besteht aus den drei Elementen KIHON, KATA und KUMITE.



KIHON bezeichnet das Training der Grundschultechniken, jeweils eine Technik oder eine Kombination mehrerer Techniken.

KIHON bezeichnet das Training der Grundschultechniken, jeweils eine Technik oder eine Kombination mehrerer Techniken.


KATA bezeichnet einen stilisierten Kampf gegen imaginäre Gegner.

KATA bezeichnet einen stilisierten Kampf gegen imaginäre Gegner.


Kumite zwischen Jugendlichen beim SSK-Event 2011

KUMITE bedeutet Kampf.

 

… die Ursprünge (Geschichte des Karate)

„Der Weg: Wer wird ihn geradlinig und richtig überliefern?“
Gichin Funakoshi

Ursprung

Wenn auch historisch nicht belegt, scheint die Geschichte des Karate auf den indisch-tamilischen Mönch Daruma (indisch) bzw. auf sanskrit Bodhidharma zurückzugehen (ca. 440 – ca. 528 n.Chr.), der den Zen-Buddhismus in China einführte. 523 n. Chr. begann Daruma, in dem sagenumwobenen Shaolin-Kloster der chinesischen Provinz Henan zu lehren. Der Legende nach waren seine Lehrmethoden so anstrengend, dass viele seiner Schüler vor Erschöpfung ohnmächtig wurden. Um ihre Körper zu stählern, entwickelte er Meditationspraktiken in Kombination mit Körperertüchtigungsübungen. Hieraus entstand später die Shaolin-Kampfkunst, die Daruma allerdings nur als eine ergänzende Disziplin zum Erreichen der Erleuchtung gelehrt hatte. Die Shaolin-Schule zeichnet sich durch schnelle und dynamische Bewegungen aus, während sich im Süden Chinas die Shokei-Schule entwickelte, deren Techniken kraftvoller und nüchterner waren. Diese beiden Stile fanden ihren Weg nach Okinawa, und beeinflussten die dortige Kampfkunst, Okinawa-Te (Okinawa-Hand) oder einfach Te genannt. Ein Waffenverbot in Okinawa trug ebenfalls zur Verbreitung der waffenlosen Kampfkünste bei.

Karate in Okinawa ist also aus einer Synthese zweier Kampfstile entstanden. Der erste, von den Bewohnern von Okinawa entwickelt, war schlicht, aber äusserst effektiv und realistisch, da er sich über Jahrhunderte im realen Kampf entwickelt hatte. Der zweite, von philosophischen Lehren beeinflusst, war kunstvoller und beeindruckender und ein Produkt der antiken Kultur Chinas. Diese zwei Ursprünge erklären den doppelten Charakter des Karate – extrem brutal und effektiv, aber zugleich streng und mit einer Philosophie der Gewaltlosigkeit.
Quelle: www.ska.org